Guitar Hero 2

Wenn sich in nächster Zeit die Sehnenscheidenentzündungen, Schulterverrenkungen und gebrochenen Finger in eurem Bekanntenkreis drastisch häufen sollten, so hat das einen guten Grund: Harmonix und Red Octane setzen endlich ihren Siegeszug mit Guitar Hero 2 für die PS2 fort.
School of Rock
Kurz für alle Neueinsteiger das Guitar Hero Konzept: Ihr spielt Rocksongs mit einem Plastikgitarren Controller nach, indem ihr zeitgleich mit dem Passieren der farbigen Noten auf dem Bildschirm die entsprechende Grifftaste auf der Gitarre haltet und mit der paddelähnlichen „Strumbar“ anschlagt. Note, Griff, Strum. Jetzt gilt es selbige Übung möglichst lange ohne Fehler zu wiederholen. Wer alles richtig macht, sammelt Punkte Multiplikatoren (2x, 3x, 4x) und Star Power. Die hat jetzt nichts mit Science Fiction oder RTL-Castingshows gemein, sondern verdoppelt, sobald ihr eure Gitarre nach oben kippt (ein Sensor erkennt die Lage der Klampfe) für kurze Zeit euren Multiplikator (maximal 8x) um jede Menge Punkte auf euer Konto prasseln zu lassen. Aber vorsicht: Wer zu schlecht spielt und keinen Ton trifft, wird vom Publikum ausgebuht und muss seine Vorstellung vorzeitig abbrechen. Nach und nach schaltet ihr dann neue Songs frei, die ihr in insgesamt vier Schwierigkeitsgraden, die sich in Geschwindigkeit und Anzahl der Noten unterscheiden, zu bewältigen habt. Erst dann geht ihr als Guitar Legend in die Geschichte ein.
Return of the Shred
Warteten in Guitar Hero nur 37 Songs darauf berockt zu werden, stehen diesmal satte 55 Titel zur Auswahl. Anders als im Vorgänger lassen sich diese auch im neuen Kooperativmodus spielen. Hier übernimmt ein Spieler die Leadgitarre, der andere spielt je nach Song entweder Rhythmusgitarre oder Bass. Zudem neu im Repertoire: Der Übungsmodus, indem ihr auch die schwersten Lieder Stück für Stück auseinander nehmen und verlangsamt besonders knifflige Passagen einstudieren könnt.
Jetzt noch die Star Power aktivieren, und es regnet Punkte.
Symphony of Destruction
Was wäre ein Musikspiel ohne Soundtrack? Und da dreht Guitar Hero voll auf: War Pigs (Black Sabbath), You Really Got Me (Van Halen), Killing In The Name (RATM), Shout At The Devil (Mötley Crüe), Heart-Shaped-Box (Nirvana) und viele andere laden zum Shreddern ein. Auch wenn das Spektrum diesmal von Rockabilly über Electronic bis hin zu Country reicht, können die größtenteils guten Coverversionen leider nicht so überzeugen wie die Titel des Vorgängers – die Songs sind einfach nicht eingängig genug.
Who Was In My Room Last Night?
Zwar motiviert Guitar Hero 2 auch Solokünstler zum weiterspielen, die volle Wirkung entfaltet aber nur der gelungene Muliplayer-Modus. Wer also die Möglichkeit hat an eine zweite Gitarre ranzukommen (im Guitar Hero 1-Bundle oder auch separat über Ebay erhältlich) wird seine helle Freude haben, da Guitar Hero 2 das Partyspiel schlechthin ist. Gesammelte Punkte wandern dann auf ein gemeinsames Konto und auch die Star Power könnt ihr nur auslösen, wenn ihr gleichzeitig eure Gitarren kippt. Toll: Beide Spieler stellen ihren persönlichen Schwierigkeitsgrad ein – so können auch Anfänger zusammen mit Profis jammen.
Bad Reputation
Leider macht das Spiel aber auch unnötige Fehler. Die deutsche Übersetzung ist wie beim Vorgänger ungeheuer schludrig. Wortspiele werden dabei komplett außen vor gelassen. Wer Guitar Hero 2 mit Freunden einweihen will, wird ebenfalls böse überrascht: Zwar lassen sich alle Songs im Co-op Modus spielen, diese müssen aber im Singleplayer Modus erst freigespielt werden. Anfangs stehen sonst nur acht Musikstücke zur Verfügung.
You Really Got Me
Wer allerdings Guitar Hero mochte, der liest das hier wahrscheinlich sowieso nicht sondern rockt gerade, oder lässt sich seine Schulter wieder einrenken. Der Schwierigkeitsgrad sagt den Fans zu: Alt-Rocker werden durch die neuen Songs gefordert, Einsteiger haben durch Neuerungen wie Tripple Chords aber eine steilere Lernkurve als noch im ersten Teil. Das sollte aber keinen Unentschlossenen abschrecken, da Guitar Hero 2 ein leuchtendes Beispiel dafür ist, dass Spielspass mit Next-Gen Grafik nichts zu tun haben muss. Die fünf Männchen haben sich Harmonix und Red Octane auf jeden Fall verdient.

Labels: PS2
Neverwinter Nights 2

Ach wie haben wir uns gefreut! Gefreut über die Nachricht, dass es einen Nachfolger des wohl Community-stärksten D&D Ableger für den PC gibt. Da mag sich der Fantasy-begeisterte Fan denken: " Wo soll ich denn die Zeit für noch so einen Brocken Unterhaltung hernehmen?"
Das schreit definitiv nach Nachtschicht! Denn Neverwinter Nights 2 macht da weiter wo sein Vorgänger aufgehört hat. Es setzt mit dem aktuellen Regelwerk des D&D 3.5 zwar nicht auf Innovation, glänzt dafür aber mit einer Tugend, die heutzutage wohl nicht mehr allzu oft vorkommt.
Etwas großes wirft seine Schatten voraus!
You never walk alone...
Viel verändert hat sich ja nicht. Man ist immer noch unterwegs in einer in sich geschlossenen Welt und arbeitet eine Quest nach der anderen ab. Oder auch drei auf einmal. Wie man lustig ist. Die Aufgaben sind sehr abwechslungsreich gestaltet und erzählen die Geschichte sehr interessant weiter, so dass es schwer fällt das Spiel wegzulegen. Einmal muss man mit einigen NPC's eine Lichtung gegen eine angreifende Macht verteidigen, oder mit einem Freund einen Gegenstand aus einer Höhle holen. Zwar nichts neues, aber dennoch gut dosiert und abwechlungsreich gestaltet.
Wo im Vorgänger der Protagonist nur ab und an einen Mitstreiter hatte, gibt es in Neverwinter Nights 2 gleich drei zusätzliche Nervensägen, die allerhand soziale Fähigkeiten haben. Der eine kann gut mit Schwertern Gegnern klar machen, wer der Herr im Haus ist und der andere wirft lieber mit Feuerbällen. Die Zusammenarbeit klappt übrigens wunderbar. Wo man im Vorgänger noch selber klicken musste, erledigt die gut gelungene Mitstreiter-KI die Arbeit. Zum Beispiel bei Fallen: Wird eine entdeckt, macht sich die Person, die die Fähigkeit Fallen entschärfen hat, sofort an die Arbeit. Probleme erkenne und sofort lösen. Dass wünscht sich auch so mancher Arbeitnehmer von seinen Untergebenen.
Gib mir Hollywood!Da sind wir auch schon bei dem ersten von vielen Pluspunkten die Neverwinter Nights 2 beim Spielen sammelt. Der Anfang spielt sich zwar wie bei jedem Rollenspiel vor ihm auch, jedoch entwickelt sich das Ganze so, wie ihr es möchtet. Ihr könnt abgrundtief Böse oder Ultra-Gut durchs "Leben" laufen. Natürlich ist auch jede Gesinnung zwischen den Extremen möglich. Dies hat dann sehr direkte Auswirkungen auf den Verlauf der Geschichte und wie die verschiedenen NPC's mit euch interagieren.So entsteht eine veränderbare Kulisse für die wirklich sehr gut gestaltete Geschichte, die sich positiv vom Rollenspielalltag abhebt. Man erntet am Anfang zum Beispiel sehr viel Mißmut, wenn man vor dem Wettkampf eine Wette mit der Konkurrenz eingeht. Gewinnt man dann im Kampf, bekommt man zwar Gold, jedoch sinkt das Ansehen eures Protagonisten bei den Dorfbewohnern. Dadurch wird später euer Freund etwas missmutig gegenüber eurem Ziehvater und die beiden zerstreiten sich.
Gut - Böse - Hä?Wer nicht weiß ob er Gut oder Böse oder beides auf einmal ist, der wird sich beim Kauf schon den Kopf zermatern. Dort warten auf den Fan gleich 3 Versionen. Die reguläre Version hat keine Präferenzen und auch keine Extras. Sie kommt im schlichten Schwarz daher und kostet um die 35-45 €.Doch es prangern noch zwei große Brüder in den Regalen. Einmal die "Lawful Good"- und die "Chaotic Evil"-Edition, die mit 60 € dann doch recht teuer ist. Für soviel Schotter erwartet den hiesigen Fantasy-Ergebenen aber auch recht viel:
- Eine Karte von Niewinter
- Ein Artbook (wobei sich da die Lawful Good und Chaotic Evil nicht unterscheidet, auch wenn es so auf den Artbooks erwähnt wird)
- Neverwinter Nights 1 inklusive den beiden offiziellen Addons in Englisch
- Eine 7-Tage-Testversion für Dungeon & Dragons Online Stormreach
- Ein Ring in den Prägungen Lawful Good oder Chaotic Evil
- Eine Hartplastikfigur ca. 7 cm hoch. In der Lawful Good Edition ist es ein Ritter, in der Chaotic Evil ein Bergtroll
- Ein nur in den Limited Editions vorkommendes Talent "Von Waukeen Gesegneter"
- Zwei Spezialgegenstände
- Zugriff auf eine einzigartige Waffe
- Eine magische Aura umgibt den Spielcharakter
Never...Wie?Das Spiel beinhaltet die typische Pause-Funktion - ohne die wohl einige Kämpfe auch nicht zu schaffen wären - Zwerge, Trolle, Elfen und all die anderen Bewohner einer stimmigen Fantasy-Welt. Aber auch wer noch nie ein derartiges Spiel gespielt hat, wird sehr schön in das Geschehen eingeführt und an die Hand genommen. Ähnlich wie beim Genre-Primus Baldur's Gate 2 nimmt euch eure erste Ansprechfigur durch ein kleines Tutorial. So gewinnt ihr euren ersten Kampf beim Erntefest des Dorfes gegen eine Bande Lausbuben. Später gibt es zwar keine Hilfe mehr, aber durch den jederzeit verstellbaren Schwierigkeitsgrad kann man das Geschehen an seine Spielweise anpassen. Leider haben es die Entwickler versäumt, eine frei konfigurierbare Steuerung zu zaubern, so dass Neulinge erst einmal sich neu eingewöhnen müssen. Dies gelingt aber dank des recht einfachen Interface sehr gut.
My Home Is My Castle!Völlig neu ist die Möglichkeit eine eigene Festung zu bauen. Diese kann dann beschützt und kontrolliert werden. Für die anfallenden Hausarbeiten können dann Reisende rekrutiert werden. Außerdem kann in der Festung allerlei verstaut werden. Trophäen, Andenken und Schätze finden dort ihren Platz. Deshalb heisst es immer gut darauf aufpassen.
Völlig "alt" ist der Multiplayer-Modus, der aber trotzdem mit einer neuen Möglichkeit aufwartet. Nun ist es möglich im Dungeon-Master-Modus einen online Multiplayer-Modus zu erstellen. Der umfangreiche Editor hat dafür eigens ein Werkzeug bereitgestellt. Überhaupt ist es wie im Vorgänger wieder möglich eigene Kampagnen, Orte, Länder und sogar Welten zu erstellen. Somit ist auch hier die Community gesichert.
"Wie denn? Ich hab Ihn doch getötet!"
Alles Gold was glänzt?Leider gibt es auch bei Neverwinter Nights 2 etwas zu meckern. Warum sind die Hardware-Anforderungen so hoch? Sehen tut man dass im Spiel leider sehr selten. Das wäre aber auch schon der größte Kritikpunkt. Man könnte noch fragen warum die Entwickler den Buttons für Inventar, Tagebuch,usw zwar Tastenkürzel gegeben haben, diese aber nur im Handbuch erwähnen. Ein Rollover-Text wäre besser gewesen. Etwas komisch anmutend ist die Tatsache, dass das Spiel mit deutscher Synchronisation aufwartet, aber beim Bewegen der Spielfiguren diese englische Rückmeldungen geben. Verwirrend sind auch die Angaben im Handbuch selber. Dort werden wohl Seitenzahlen im Inhaltsverzeichniss nicht ernstgenommen und man findet Zusätzliche Anpassungen nicht auf Seite 12 wie angegeben, sondern auf Seite 14.
Alles in allem Aussetzer die zwar die volle Punktzahl verwehren, aber aufgrund der sehr geschickt inszenierten Hintergrundgeschichte, die gut arbeitende KI und des während dem Spielen aufkommenden Flairs gibt es viereinhalb Männchen. Für mich ist Neverwinter Nights 2 das Spielefutter schlechthin. Der Winter kann kommen.

Labels: PC
Battlefield 2142

Der Multiplayershooter geht in die nächste Runde.
Nach den fiktiven Schlachten im Mittleren- und Fernen Osten von Battlefield 2, versetzt euch Battlefield 2142 (Von dem ich bis dato immer noch nicht weiß, ob ich es „Einundzwanzig Zweiundvierzig“ oder „Twentyone Fortytwo“ nennen will) in den Krieg um die letzten Lebensräume auf der Erde des 22. Jahrhundert.
An Inconvenient Truth
Obwohl man uns alle Nase lang warnt, wir sollen mehr Acht auf die Umwelt geben interessiert das die Menschheit natürlich herzlich wenig. Es kommt wie es kommen muss. Im 22. Jahrhundert steht die nächste durch Klimaveränderung hervorgerufene Eiszeit an, die langsam aber sicher die ganze Welt überzieht. Torschlusspanik unter den verbliebenen zwei Fronten: Sowohl Europäische Union als auch die Pan Asian Coalition wollen sich den noch bewohnbaren Lebensraum unter keinen Umständen mit der Gegenseite teilen und halten es wie im Wilden Westen. Die Welt ist nicht groß genug für beide.
Genau da kommt ihr ins Spiel, denn irgendjemand muss die Launen der Oberschicht ja ausbaden. Als Rekrut kämpft ihr fortan auf beiden Seiten zu Fuß und mit gewohnt umfangreichem Fuhrpark zu Lande und in der Luft gegen das gegnerische Team.
Titan ADe
Battlefield 2142 bietet zwei Spielmodi, den Conquest- und den neuen Titan Modus. Ist es in ersterem recht schlicht Ziel alle Fahnenpunkte auf der Karte einzunehmen und so dem Gegner nach und nach den Nachschub abzuzwacken, so geht es im Titan Modus komplizierter zu.
Das namensgebende Großraumschiff soll darin gegen den Titan der Konkurrenz verteidigt werden. Mehrere auf der Karte verteilte einnehmbare Raketensilos sorgen dafür, dass die Schilde des feindlichen Titans langsam zerbröselt werden. Erst dann könnt ihr mit einem Transporter oder Schleudersitz an Bord des feindlichen Titans um dort den Reaktor zu zerstören. Der Reaktorraum hingegen wird durch Steuerpulte geschützt, die ihr erst zerlegen müsst, bevor sich die Tore zur Energiequelle öffnen. Ist der Reaktor schließlich durch Beschuss oder Sprengstoff pulverisiert worden, bleiben euch nur wenige Sekunden um heil aus dem explodierenden Schiff zu kommen, bevor dieses in einer gigantischen Explosion vergeht.
Klasse statt Masse
Eher implodiert ist die Auswahl der Klassen und Fahrzeuge. Schnelle Düsenjäger-Pendants sucht ihr vergeblich - Deren Arbeit erledigen fortan die Kampfgleiter, ein Flugzeug-Hubschrauber Hybrid. Neu im Fuhrpark sind die kampfstarken Mechs. Mit Maschienengewehren und Raketen bestückt, stellen diese für alle Bodentruppen die größte Bedrohung dar. Gegen Lufteinheiten sind sie aber ohne zweiten Bordschützen komplett wehrlos, da sich die Kampfläufer nicht nach oben neigen können. Auch bei den Panzern geht es futuristisch zu: Die PAC zeigt mit ihren seitwärts fahrenden Hoverpanzern, dass sich das Jahrelange strafen und ballern in Actionspielen auch bei Panzern bewährt. Seltsamerweise können die Hoverpanzer dann aber nicht schwimmen.
Waren im Vorgänger noch sechs unterschiedliche Klassen wählbar, so hat DICE die Aufstellung auf vier Typen (Sturmsoldat, Aufklärer, Pionier, Versorgungssoldat) zusammengeschrumpft und die einzelnen Klassen so zu richtigen Multitalenten gemacht. In Zukunft muss der normale Sturmsoldat als Sanitäter aushelfen und der Aufklärer die Arbeit von Spec-Op und Scharfschütze übernehmen.
Ost-Erweiterung auf Hardcore: Infateristen der EU.
Pimp My Rifle
Wer aber vermutet von Anfang an mit Sprengstoff herumspielen zu können, liegt falsch: Waren früher bei Beförderungen nur bessere Waffen ein freischaltbares Upgrade, so müssen jetzt auch essentielle Ausrüstungsteile wie der Defibrilator, Granaten und eben der RDX-Sprengstoff freigespielt werden. Um das auszugleichen sind mehr Dienstgrade im Spiel enthalten und ihr steigt daher auch schneller auf als bei Battlefield 2. Schon in der ersten Spielstunde sind in der Regel bis zu drei Beförderungen möglich. Nach und nach schaltet ihr so mehr Spezialausrüstung frei. Und davon gibt es im Jahre 2142 tonnenweise: Euren Soldaten könnt ihr auf bis zu 1500 verschiedenen Arten mit Zubehör wie Tarnsystem, portablem Schild, Selbstschussanlage oder Schrotflinten-Aufsatz ausstaffieren. Doch auch hier trifft euch die Qual der Wahl: Rüstet ihr nur eine Klasse zum Superkrieger auf, oder verteilt ihr eure Upgrades brüderlich unter allen vier Klassen?
Keep your friends close, but your enemies closer
Früher war es oft ein Problem sich mit Freunden zum Spielen zu verabreden, vor allem wenn man keinen festen Clan-Server hatte. Dem wirkt BF2142 entgegen und integriert eine Friendslist in den Serverbrowser. So wisst ihr auf welchem Server eure eingetragenen Freunde und/oder Feinde gerade kämpfen. Nettes Detail: Wer mit seinen Feinden auf Tuchfühlung geht und diese mit dem Messer im Nahkampf erlegt, sammelt deren Hundemarke auf und kann fortan damit angeben XY in die Tasche gesteckt zu haben.
Same procedure as last century, Ms. Sophie?
Um Veteranen den Umstieg nicht so schwer zu machen hat DICE ganze Arbeit geleistet und auch alle Bugs aus Battlefield 2 ausnahmslos übernommen und sogar neue eingebaut. Nach wie vor werden ab und an Teammitglieder mit rotem Namen als Feind gekennzeichnet und so all zu gern versehentlich erledigt. Als Resultat wird man als Teamkiller bestraft. Der Serverbrowser zeigt auch alles an, nur eben nicht das, was man als Filter eingestellt hat. Das als „Private Bug“ bekannte Verschwinden aller Upgrades und Dienstgrade für eine oder mehrere Partien gibt sich genau wie die obligatorischen Verbindungsabbrüchen ein erneutes Stelldichein. Besonders peinlich: Wird der Titan vom Commander bewegt, sorgt das für unspielbares Ruckeln und Verbindungsabbrüche. Manchmal wird der Schild des Titans für eine ganze Partie nicht deaktiviert und das angreifende Team ist gezwungen das feindliche Mutterschiff durch elend lange dauernden Raktenbeschuss zu versenken. Zudem störend: Vor jedem Spielbeginn seid ihr gezwungen euch am EA-Masterserver anzumelden. Wie oft dieser jedoch nicht erreichbar ist, geht auf keine Kuhhaut.
Pain for Pleasure
Wer Battlefield 2 gespielt hat, ist in der Regel sowieso Indianer oder sehr leidensfähig. Dementsprechend wird es Freunden des Vorgängers nichts ausmachen die Bugs auch mit in die Zukunft zu nehmen. Sieht man von denen nämlich mal ab, ist Battlefield 2142 ein durchaus spaßiges und durch das Ranking-System vor allem motivierendes Spiel. Allen BF2 Veteranen sei zudem empfohlen ihren Veteranenstatus zu beanspruchen. Das macht euch zwar nicht kugelsicher, aber man fühlt sich an Bord eines Transportes der von einem Veteranen geflogen wird doch sehr viel sicherer.
Labels: PC
Anno 1701
oder: wie sich hinter dem schlechtesten TV-Spot des Jahres ein Suchtgarant Güteklasse 1 verbirgt.
Public Service ANNOuncement
Um es vorweg zu sagen: Ich bin für gewöhnlich nicht der Strategiespiel-Fanboi Nummero Uno und deswegen fällt mir folgendes Geständnis besonders schwer: Ich mag das neue Anno.
Der dritte Ableger aus Sunflowers Anno-Serie entstand erstmals ohne das Zutun vom insolventen Entwickler und Anno-Erfinder Max Design – ein Schritt der der Reihe sichtlich gut getan hat.
Schafe, Schafe, Häusle baue.
Neben 10 kurzen Szenarios ist das Kernstück von Anno 1701 das „Endlosspiel“. Darin startet ihr mit einem Kontor auf einer von vielen unbebauten Inseln und beginnt diese im Auftrag der Königin zu besiedeln. Ihr erbaut einen Dorfplatz für eure neue Siedlung und errichtet einige Hütten, die bald darauf von Pionieren bewohnt werden. Dass die neuen Einwohner Bedürfnisse haben, die es zu erfüllen gilt versteht sich von selbst. Natürlich wollen ihre Untertanen etwas zu Essen, Stoffe (aus Schafswolle) für Kleidung und eine Kapelle um ihren Glauben ausleben zu können. Um die dafür nötigen Betriebe errichten zu können sind Baumaterialien wie Holz und Werkzeug notwendig. Ersteres fällt der Förster im Wald, Werkzeuge hingegen können zu Beginn nur vom sog. „Freien Händler“ erstanden werden. Von seiner zentral in der Spielwelt gelegenen Insel beliefert dieser sowohl euch als auch eure Konkurrenz mit allen möglichen Waren.

"Wie sollen wir hier nur unsere Kinder groß ziehen?" tönt es vom Marktplatz, sobald Tabak und Alkohol ausgehen.
Können wir das schaffen? Jo wir schaffen das!
Die hat sich nämlich genau wie vier Naturvölker (Indianer, Azteken, Araber und Chinesen) auf den anderen Inseln der Spielwelt niedergelassen und versucht euch beim Besiedeln anderer rohstoffreicher Inseln zuvor zu kommen. Sind eure Untertanen rundum zufrieden, steigen sie in ein höheres Zivilisationslevel (Pioniere-> Siedler-> Bürger-> Kaufleute-> Aristokraten) auf. Allerdings erhalten sie dann auch neue Bedürfnisse, die bald schon so exklusiv sind, dass ihr ihnen auf eurer Hauptinsel nicht mehr nachkommen könnt und daher gezwungen seid zu expandieren. Waren lassen sich dann automatisch per Schiff auf Handelsrouten zwischen den Insel verschiffen.
Killer Queen
Besser betuchte Untertanen zahlen natürlich auch höhere Steuern - eure Haupteinnahmequelle - weshalb es sich empfiehlt seinen Untertanen jeden Wunsch von den Lippen abzulesen. Nur so lässt sich eure Industrie oder Kriegsmaschine bezahlen und im Idealfall übersteigen Steuereinnahmen eure laufenden Kosten. Besteht der Hauptanteil der Bevölkerung dann nach etlichen Spielstunden aus Aristokraten, so könnt ihr noch zusätzlich einen gigantischen Palast erbauen. Wer immer brav seinen Tribut gezahlt oder diesen verweigert und stattdessen die Königliche Flotte versenkt hat, kann schließlich sogar die Unabhängigkeit von der Krone erreichen, was in einer Zeremonie mit spektakulärem Feuerwerk gipfelt.
We don’t need no water, let the…
Wer seinem Volk hingegen nicht zuhört und die geforderten Waren nicht schleunigst auftreibt, bringt dieses gegen sich auf. Im schlimmsten Fall zieht dann ein wütender Mob durch ihre Stadt und zündet ein Haus nach dem anderen an. Auf der anderen Seite lassen sich durch das einschleusen von Demagogen auch Aufstände bei ihren Gegenspielern auslösen – eine diebische Freude.
War - What is it good for?
Friedliebende Inselherren müssen dennoch keine Angst haben jeden Moment angegriffen zu werden. Lediglich Ramirez, der Piratenkapitän ist euch feindlich gesonnen, alle anderen Spieler verhalten sich neutral. Wie im Vorgänger könnt ihr in Anno 1701 zwar immer noch Kriege führen, jedoch hat Entwickler Related Designs Truppenvielfalt und Schiffstypen stark zurückgefahren. Wer sich entschließt seinen Mitspielern den Krieg zu erklären, sollte aber zunächst sicherstellen dass diese kein starkes Bündnis haben, da euch ansonsten bei dem Versuch einen Gegner anzugreifen dessen Bündnispartner die Handelsschiffe versenkt, eure Wirtschaft zusammenbricht und euer Volk Amok läuft.
Die ANNOther day.
Neu in Anno 1701 ist der Multiplayer Modus - Zumindest steht das auf der Verpackung. Im Test konnte ich nicht eine einzige Partie spielen, da ich entweder dem Spiel gar nicht beitreten konnte oder auf dem Desktop gelandet bin. Das Sunflowers Forum spiegelt das wieder; die Ursache für das Problem ist bislang nicht geklärt. Sofern ein Patch erscheint, gibt’s einen MP-Nachtest.
Trick 1701
Ich habe nach wie vor einen Heidenspaß am Endlosspiel (welches jetzt immerhin schon 20 Stunden läuft). Wem das bloße siedeln irgendwann zu langweilig ist, aktiviert Naturkatastrophen und versucht einen Wirbelsturm, Erdbeben oder Vulkanausbrüche in den Griff zu bekommen. Bis man schließlich alle Orden (die man für Einwohnerzahl, Spielzeit oder Vermögen bekommt) zusammen hat vergeht also mehr als genug Zeit für die günstigen 35€ Kaufpreis. Wenn jetzt der Multiplayer auch noch gepatcht wird, dann gibt es Anno 2006 ein deutsches Spiel, das alles richtig gemacht hat: Anno 1701.
Labels: PC
Insert Coin
Ab sofort gibt's hier Spieletests, Neuigkeiten und Kurioses aus der Branche. Generell also irgendwie alles was mit PC und Konsole zu tun hat.
Nicht weil ich das nicht auch bei "Herbert war's!" machen könnte. Nicht weil ich dafür bezahlt werde. Auch nicht weil mich jemand darum gebeten hat. Einfach deswegen, weil ich so unglaublich gern an schlechten Spielen rummeckere. So was fällt in Zeiten, in denen Komapatienten zum Betatest herangezogen werden halt so unendlich leicht.
Vielleicht vorab eine kurze Gebrauchsanweisung: Das Wertungssystem reicht von einem bis zu fünf Männchen (von mir aus auch Frauchen, je nach Vorliebe). Titel die nur ein Männchen bekommen sind den Rohling, auf den sie gepresst worden sind, nicht wert. Fünf Männchen bekommen hingegen nur Ausnahmetitel, die nahe an der Perfektion sind.
In der Rubrik Ingame finden sich meine Nicknames für die Spiele in denen ich momentan aktiv bin. Wer sich also für den Käse hier rächen will, kann und soll das auch tun.
Zwar macht das Testen durchaus Spaß, motivierter Verstärkung bin ich aber nicht abgeneigt. Wer also Interesse hat als Tester oder Newsposter einzusteigen soll mir das hier über die Comments mitteilen.
In diesem Sinne: Mögen die Spiele beginnen!